Dr. Drosten, der Ilja Richter von heute – Unter der Flagge der Maske werden Stars geboren

Wir, die Piraten der Freiheit, schippern hinaus auf die Weltmeere medialer Verständigung, orientiert an Sternbildern, die am Himmel des Sozialen erscheinen.

Diejenigen sind gefragt, die das Zeichen der Maske zu deuten wissen.

Lang hat hier dieser Sterndeuter gebraucht, um Ansatzweise zu erkennen, wohin unter der Flagge der Maske die Reise geht! 

Ganz hat er das Steuerruder noch nicht zu fassen bekommen, ist es doch nötig sich daran festzubinden, um im Sturm nicht von Bord gewischt zu werden. 

Wenn bisher nicht einmal in der Wissenschaft das Sternbild der Falsifikation von Karl Popper als verbindliche Orientierung angesehen wird, 

wir aber gegenwärtig in der öffentlichen Diskussion gezwungen werden, unsere Standpunkte zu widerlegen, um glaubwürdig zu sein, 

sind wir entweder schon dort, wo wir hinwollen und die anderen (die Wissenschaften) noch nicht, oder wir sind angekommen und haben die Gefolgsschiffe verloren.  

Die Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen – die Coronaskeptiker – sollten ihrem Gegenüber nicht nur ankreiden, was dieser falsch interpretiert und übersieht, sondern sie sollten realisieren, dass ihre Sicht ebenfalls nicht zutreffend sein könnte.

Wir beobachten weltweit eine alle Medien (- öffentliche und private Presse, TV,  sowie die sozialen Medien, aber auch private Gespräche -) durchdringende Veränderung, die sich äußerlich als Lagerbildung in Coronaskeptiker und in Maßnahmen-Befürworter aufspaltet, 

wodurch ein qualitativer Umschwung eingeleitet wird, indem etwas, 

das bisher dem eher geschlossenen Bereich der Wissenschaft funktional zuzuordnen war, in den offenen Bereich der Medien transformiert wurde.

Wir, die privaten und öffentlichen Diskussionsteilnehmer,  werden so einer Übung unterzogen, der bisher nur Wissenschaftler ausgesetzt waren. Dass wir dem – vorerst – nicht gewachsen sind, sollte verständlich sein. 

Nah ist / und schwer zu fassen der Gott. / Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch. (1) 

Das heißt aber, wir müssen Ungewissheiten aushalten, obwohl sie unser Leben bestimmen und nicht leicht in Gewissheiten überführt werden können.

Wesentliche Entscheidungen der Politik sind schon seit längeren von den Vor- und Hinterzimmern der Macht in die Öffentlichkeit geraten.

Was bisher Expertenkommisionen und  Beratern zuzuordnen war, ist jetzt der selbsternannten Öffentlichkeit ausgesetzt – die durch „social media“ einen Schub nach vorne bekam und gleichzeitig einen gewaltigen atavistischen Rückschlag. 

Das hat das Verhältnis Wissenschaft-Politik-Öffentlichkeit insgesamt grundlegend verändert.

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Wollen wir eine Einsicht für die Wissenschaft hier nur kurz andeuten, so wird deutlich, 

dass ihr Fakten, Fakten, Faktengehudel, 

und ihr Anspruch auf Wahrheit 

nur aufrecht zu erhalten ist, wenn erkannt wird, dass die Wirklichkeit der Wissenschaft 

nicht das behauptet Faktum ist,

sondern 

dessen Vermittlung und Darstellung.

Die Wissenschaft sollte selbstbezüglich einsehen, dass das Musterschüler-Gehabe der Professoren nur eine kleine Nebenrolle im großen Theater der Wahrheit ist und es mehr bedarf, als dieser lächerlichen akademischen Rituale, um sich heute medial behaupten zu können: 

Das heißt aber: 

Die Wissenschaft muss wieder Kunst werden!  

Die Vertreter des Metiers der Wahrheit sollten begreifen, dass sie

mit lächerlichen Powerpointvorträgen, mit Statistik über Statistik, mit langweiliger Sachlichkeit und Fachhudelei nur das Bedürfnis nach Rationalität bedienen. Eine nicht lange wirksamer Tranquilizer!

Von Stars wie Dr. Drosten könnt ihr lernen. Er hat Fähigkeiten, die vergleichbar mit denen Medienstars der 60er und 70er Jahre sind.

Ilja Richter, Gerd Fröbes, Uschi Glas und Edi Konstantin ( BRD), Humphry Bogart oder Charles Aznavour,

waren damals, was heute Dr. Drosten und Dr. Streek für die einen, Raphael Bonelli und Dr. Bhakti für die anderen darstellen.

Immer unausgeschlafen, die Haare, als wäre er gerade aus dem Bett gestiegen, immer leicht wirr und orientierungslos,  am falschen Platz im Bild positioniert, so steht der schnuckelige alte Knabe, Dr. Drosten vor uns.

Er strahlt ein Hilfsbedürftigkeit aus, die die Damen dahinschmelzen lässt und die Herrn beruhigt:
„Dieser Bubi kann mir doch nichts!“ 

An seiner kindlichen Orientierungslosigkeit prallt alle Faktizität ab, er kann heute das sagen, morgen etwas völlig anderes. Jeden anderen würden solche Fehler vom Sockel stürzen, ihm kommt auch noch seine Verwirrung zu gute: 

„…muss nur noch kurz die Welt retten, danach flieg ich zu dir, noch 148 Mails checken, wer weiß, was mir dann noch passiert…“ 

Nichts kann besser die Kunstfertigkeit unseres Dr. Drosten  symbolisieren als dieser Songtext von Tim Bendzko. 

Meine lieben Damen und Herren Wissenschaftler, da müsst ihr noch viel an eurer Performance arbeitet, um an dieses Phänomen ranzukommen!  

Begreift Ihr Professoren dass Krawatte und Bart, Sakko mit T-Shirt, ein Vortrag vom Skript abgelesen, ein zwei Statistiken als Lichtbild an die Wand geworfen, angesichts des Theaters eines Dr. Drosten nichts ist!

Von der Wissenschaft zur Öffentlichkeit

Die anfangs angesprochene Entwicklung ist nicht nur auf die Niederungen des Boulevards zu reduzieren, sind wir doch alle einem grundlegenden Wandel der Öffentlichkeit ausgesetzt.

Dieser Wandel in der Kommunikation hat tiefe Wirkungen auf unser Sprechen, Schreiben und Denken.  

Um diesen Wandel vollziehen zu können ist das Absehen von allen bisherigen Gewissheiten notwendig. 

Im Bild geblieben: Wir haben in finsterer Nacht, in stürmischen Gewässern, im Sog der Untiefen, an unzähligen Klippen vorbei zu navigieren, bevor wir wieder in ruhigere Gewässer kommen werden.

Diese Anforderung – und das ist der große Unterschied zu den bisherigen Künsten – wird nicht mehr nur an wenige Dichter, Musiker und Künstler gestellt, sondern an jeden, der sich öffentlich (- einschließlich der sozialen Medien -) äußert.

( „Jeder Mensch ein Künstler“, Joseph Beuys)

Was nicht heißt, dass damit die hohen Qualitätskriterien der Kunst außer Kraft gesetzt sind und ein verschlamptes Irgendwas sich breit machen kann! 

GL

(1) Hölderlin in „Patmos“

(2) Unter den Soziologen kommt die Performance eines Armin Nassehi wohl längst nicht an die von Drosten ran, aber auch dieser weiß, welchen Mehrwert seine Selbstdarstellung hat! 

https://luhmannsschwarzehefte.wordpress.com/2017/08/22/heft-xn-armin-nassehi-geclont-eine-satire/

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