„Die MASKE – ein Fanal am sozialen Himmel

ersetzt, „Kaisers Frack“

Wir blicken bewundernd und sehnsuchtsvoll auf Zeiten, als die Menschen noch an göttliche Zeichen glaubten und sich danach richteten, wenn diese am Horizont ihrer Tage und Nächte erschienen! 

Würden wir Corona als eine Mahnung Gottes oder der Götter ansehen, wäre zumindest der nötige Respekt vorhanden, den es braucht, um sich einem Phänomen zu nähern, das sich hinter scheinbar hygienischen Maßnahmen verbirgt und das von Masken verdeckt wird! 

Jene Teile, mit denen wir bisher unsere Scham verdeckten, verschließen nun unsere Münder und machen uns mehr als sprachlos, jene Teile lassen uns stammeln:

Hilflos beten wir ein medizinisches und biologisches Alphabet rauf und runter, plappern von Grundrechten, beschwören Zustände wie im Nationalsozialismus, vermuten Blockwartmentalität, verwenden Kriegsrhetorik; das Finanzkapital und die Interessen der Pharmaindustrie müssen natürlich auch angerufen werden.

Ja! Die Masken sind uns ein Zeichen geworden und wir könnten diese Zeichen auch so lesen lernen:

„Haltet endlich euren Mund und schweigt!“

Wir sollten uns selbst den Mund verbieten, bevor wir  vorschnell alle möglichen Denkschablonen aus uns rauspurzeln lassen, mit denen wir das Problem eher loswerden und den geläufigen Schuldigen ankreiden wollen, als dass wir es erfassen können!

Die Maske zeigt uns, dass wir vorerst den Mund halten sollten, Augen und Ohren aber weit zu öffnen haben! 

Die Masken fordern uns auf aufmerksam zu beobachten, was da in der Welt vor sich geht, bevor wir beurteilen, was richtig und was falsch ist! 

Das Zeichen der Maske will uns etwas zeigen, was mit der Beobachtung Niklas Luhmanns zusammengeht, der darüber staunte, 

wie das Zusammenleben der Menschen einer permanenten Gefährdung ausgesetzt ist, die moderne vielfältige Welt aber trotzdem zusammengehalten wird, ohne dass es einen Punkt oder ein Prinzip gäbe, das all dies bindet.

Innerhalb dieser sozial höchst gefährdeten Welt tauchen nun diese Masken auf!

Sie kündigen den weltgeschichtlichen Umschwung durch Corvid-19 an. Dieser ist erst der Anfang einer gemeinschaftlichen Selbstwahrnehmung der Gefährdung des Sozialen, dem wir uns nicht mehr entziehen werden können, auch wenn diese Corona-Krise abflachen wird! 

Und dass dieser Umschwung mehr als dilettantisch abläuft, können wir uns nicht verübeln, sind wir doch erst am Üben! 

Ja! Was wir gerade erleben ist eine weltweite Übung um für künftige, nicht ausbleibende Krisen der Art ( Tschernobyl war die letzte Übung dieser Art) vorbereitet zu sein!  

Was wäre überzeugender als mit der Gesundheit zu beginnen, um uns diese unsere soziale Gefährdung deutlich zu machen? 

Wenn jetzt viele meinen, es läge an den Medizinern, den Virologenen, den Spezialisten für Pandemien,  die Corona endlich wieder auf eine normale Grippe zurückstufen sollten, damit endlich der Spuk vorbei sei, dann zeigen diese damit nur ihre Unkenntnis sozialer Vorgänge, die nicht aufhören zu wirken, wenn deren Auslöser längst entfernt wurde!  

Soziale Vorgänge wie der Lockdown und die ihm folgenden hygienischen Maßnahmen lösen Kettenreaktionen aus, die nicht einfach verschwinden, wenn erkannt wird, dass Corona nicht ganz so gefährlich ist, wie angenommen wurde. 

Was durch die Maßnahmen sozial geschieht, ist etwas völlig anderes, als all die auslösenden medizinisch- biologischen Ursachen nur erahnen lassen! 

(Um dieses Phänomen zu verstehen, wären Kenntnisse der Systemtheorie Luhmanns sehr hilfreich!)  

Diese Masken, die unsere Gesichter mit Wundpflastern, mit Wundverbänden für Mund und Nase versehen haben, mit unblutigen Gesichtsbinden verunzieren, deren selbstgebastelte und designte Varianten uns in bissige Tiere verwandeln uns als dumme hilflose Wesen in Autobusse, Straßenbahnen und Zugabteilungen setzen, dienen längst nicht mehr nur der Reduzierung der Ansteckung durch Tröpfcheninfektion.

Nein, die Masken könnten uns eine neue Art der Demut lernen! (1)

Auch wenn die Maskenverordnung rechtlich auf wackligen Beinen steht – und das tut sie – auch wenn kein Hygienefachmann mehr deren Zweckmäßigkeit als gesichert begründen könnte, würde keine HöchstrichterIn diese Verordnung aussetzen wollen und können, solange die Politik diese für angebracht erachtet!

Denn für die Politik ist eine Pandemie keine Gesundheitsgefährdung, sondern eine Gefährdung ihrer Macht! Und nichts ist wesentlicher für Politik als deren Machterhalt! 

Gefährdet sieht sich die Politik, wenn sie angesichts einer möglichen Pandemie nicht handelt!

Dabei ist nicht wesentlich, ob das Virus so gefährlich wie angenommen ist, sondern ob die Möglichkeit besteht, dass es gefährlich werden könnte ( und dem widerspricht ja keine noch so geartete Expertise). Für die Politik genügt die Möglichkeit der Möglichkeit, um handeln zu müssen!

Für den Bürger sieht das ganz anders aus. Eine geringe Ansteckungsgefahr ist für ihn gering, für den Politiker hingegen sehr hoch! 

Sehen wir eine Maske verknüllt und zertreten auf einer Wiese, am Gehweg verschmiert liegen, auf einem Hollerbusch hängen, auf eine Schaufensterpuppe montiert, im Gesicht des Freundes oder Unbekannten soll sie uns ermahnen:

„Vorsicht! Es ist noch nicht überstanden, seid wachsam, das Virus ist immer noch omnipräsent!“

Dafür steht heute ( symbolisch) die Maske, und solange dieses Symbol der Politik notwendig erscheint, werden wir sie tragen müssen!

Die Maske ist aber darüber hinaus das Fanal einer Epoche, in der sich das Individuum der Gefährdung seiner sozialen Umwelt bewusst wird. Jeder wird sich gerade der Zerbrechlichkeit sozialer Verbindlichkeit gewahr! 

Die Maskenverordnung hat mehr in den sozialen Strukturen und Ordnungen der Schulen, der Betriebe, der Gemeinden, der Gasthäuser und Hotels etc. eingegriffen, als dass sie der Hygiene innerhalb dieser Einheiten diente. 

Jeder, jede Werktätige, jeder Fahrgast, jede Einkaufende kann berichten, wie die Hygienemaßnahmen Fragen der Höflichkeit, des Respekts und jeder ansonsten geschätzten Professionalität dem Primat der alles beherrschenden Frage,“ich mach nichts falsch, dann mach Du auch nichts falsch“ geopfert wurde. 

Hierarchien werden auf den Kopf gestellt, Putzdienste bekommen Autorität, die sonst nur Leitungsfunktionen zusteht; Leitungsfunktionen werden zur ausschließlichen Kontrollinstanz für Putzdienste! 

Wieweit Corona auch in Beziehungen, in Liebe, Familie, Psyche eingreift, ist einer besonderen Aufmerksamkeit wert! 

Die Verordnungen zu den Hygienemassnahmen sind längst nicht mehr nur irgendwelche nützlichen Anordnungen, sondern mit Kants „Kategorischem Imperativ“ und dem öffentlichen wachen Auge als tausendfacher Multiplikator versehen, haben diese eine Allgemeingültigkeit erlangt, wie sie früher nur „Kaisers Frack“ zukam. 

(Der letzte Beamte im K&K Reich trug Kaisers Frack und repräsentierte dessen Autorität am Bahnhof von Czernowitz)

Lest „Das Schloss“ von Franz Kafka und ihr werdet euch als Herr K  in Corona wiedererkennen ! 

(1) https://luhmannsschwarzehefte.wordpress.com/2020/04/29/coronas-demut/

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