Ende der Möglichkeiten?

„Das Anhalten der Welt – nachgereicht“. Folge 3

https://www.carl-auer.de/lockdown-das-anhalten-der-welt

„Wieso bringt gerade dieses Virus alles durcheinander, versetzt die ganze Welt in einen Ausnahmezustand, hat die reale wie die geistige Welt verrückt gemacht?“ 

fragten wir in der „Gänse-Ordnung“ und kamen in der Frage vor zwei Wochen nicht weiter. 

https://luhmannsschwarzehefte.wordpress.com/2020/09/02/gaense-ordnung/

Unser Rufen dort war der nach Vorsicht! 

Was nichts anderes heißt, als nach einer „de docta ignorantia“ zu schreien, einer Kunst der Wissenschaft des Nichtwissens!   

Ja, all unser verzweifeltes Hin und Her zu Corona ist der hilflose Ruf und  Schrei gegen diese Unverschämtheit, dass uns Grenzen gesetzt werden, über die wir nicht blicken können!  

Das heißt aber auch, eine Grenze des Erkennens, eine Grenze des Wissens anzunehmen und zu vermuten, dass von dort jenseits der Grenze Zeichen oder mindestens Irritationen bei uns ankommen, die wir kunstgerecht auszulegen hätten.

Kann nur Dichtung, Gesang oder ein Gebet uns hier helfen?

Genau genommen ja, sagt der Künstler! 

Aber vielleicht kann auch das Gestottere im Umgang mit Begriffen, was auch mit Denken umschrieben wird, uns etwas weiterhelfen? 

Das Denken antwortet uns, wenn wir eine Grenze annehmen und macht aus dieser Setzung der Grenze ein Problem.

Wenn wir den Begriff der Möglichkeiten einführen ist auch das ein Problem! 

Möglichkeit wäre in dem Fall, das was, vom Jenseits der Grenze  zu uns gelangt. 

Das Hier ist Wirklichkeit, das von dort hier Ankommende die  Möglichkeit, die hier sich als Wirklichkeiten ereignet.

Katastrophen, Seuchen, aber auch die Annahmen eines atomaren molekularen Aufbaus der Welt ist unsere Reaktion ( in unserer Welt) auf das, dass uns prinzipiell als Natur nicht zugänglich ist und wenn, eben nur über ihre Wirkungen! 

Im Normalfall genügt es, wenn wir naiv so tun, als könnten wir wissenschaftlich die Natur untersuchen und diese gäbe uns ihr Wissen preis.

In extremen Grenzsituationen, wie das bei der Entdeckung der möglichen Atomspaltung der Fall war, und eben jetzt, wo Anzeichen einer Seuche uns völlig irritieren,

werden wir von der Natur selbst gezwungen, von unser Naivität abzusehen, dass alles was wir mikrobiologisch, 

molekular herausfinden identisch mit den Vorgängen der Natur selbst sein muss! 

Und es werden plötzlich wieder ältere ( mehr empirisch vergleichende) Methoden ( die, so wird ihnen vorgeworfen, mehr an der Oberfläche kratzen) der Wissenschaft gefragt, da sie großflächiger und einerseits gröber, aber dem gesamten Corona-Phänomen gegenüber vorsichtiger auftreten.

In der aktuellen Diskussion treten dann plötzlich Gruppen von Wissenschaftler öffentlich gegeneinander an, werden zu Gegner gemacht, da sie diese unterschiedlichen Methoden der Naturbetrachtung vertreten.

(Nur um die bekanntesten Namen zu nennen: Christian Drosten, Alexander S. Kekulé gegenüber Hendrik Streeck, Wolfgang Wodarg, Sucharit Bhakdi ) 

Dieser Entgegensetzung hängen sich auch die gesamte Riege der sich selbst als Ganzheitliche Mediziner Lobenden an, und all jene, die hinter Allem uns manipulierende Personen und Gruppen zu erkennen meinen. 

Selbstverständnis der Wissenschaft:

Selbstverständlich sind diese mein Bewertungen unzulässige Grenzüberschreitungen, weiß ich als medizinischer- und naturwissenschaftlicher Laie nichts über die innere Verfassung dieser Disziplinen 

Und muss ich doch davon ausgehen, dass, was ich oben zu unserem Verhältnis zur Natur ausführte, jeder Naturwissenschaftler wissen muss, ist doch das Infragestellen wissenschaftlicher Erkenntnis für ihn existenzbegründend!

Grenzen der Medizinischen Einsichten:

Aber, angenommen, die Wissenschaft würden herausfinden,

 Corvid 19 ist medizinisch nicht so gefährlich wie das zu Beginn des LOCKDOWNS eingeschätzt wurde – woran viele zur Zeit arbeiten und einiges dafür spricht, dass das gelingen wird – ist damit die Gefährdung, die das Virus für unsere Sozialsystem ist, in keiner Weise ausgemacht! 

Denn die medizinische Wirkung des Virus, seine undurchsichtige Zuordenbarkeit, das Spektrum seiner möglichen körperlichen Wirkungen, die unzähligen medizinischen  Fehler, die bei seiner  Behandlung gemacht wurden,  

passen genau zu Defekten im politischen System, wie zu der „schmierigen Allianz“ der Politik mit Teilen der öffentlichen Medien. 

Auch wird Corona uns noch die Wirkungen einer jahrelang verschleppten Geldpolitik aufzeigen ( wird die Finanzierung des LOCKDOWNS doch in eine ferne Zukunft verlegt!).

„Der liebe Gott“:

Sollte uns „der liebe Gott“ Corona geschickt haben, damit wir endlich unsere Augen öffnen und wesentliche Änderungen in unserem Verhältnis zu den Medien, zur Wirtschaft, in unseren politischen Systemen vornehmen, wäre das wohl ein brauchbarer Hinweis! 

Nur, wer glaubt schon daran, dass die Natur uns auf unsere Fehler hinweist, liegt doch für die meisten Menschen das Problem heute mehr in einer grenzenlosen Kommunikation(1) als in der Einsicht der Grenzen unserer Erkenntnis und Kommunikationsmöglichkeiten.

Möglichkeit in Wirklichkeit verwandeln

Dies Transformation von Möglichkeit in Wirklichkeit geht seit der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhunderts vor sich, wie uns Musil im „Mann ohne Eigenschaften“ plastisch vorführt und wie Niklas Luhmann – die Theorien des 20ten Jahrhunderts in der Systemtheorie zusammenfassend – darstellen konnte.

Das Versicherungswesen, Pensionskassen, genau gesehen unser gesamtes Sozialstaatswesen ist Ausdruck des Versuchs Möglichkeiten in Wirklichkeiten zu verwandeln. 

Im Finanzwesen ist der unübersehbare Erfolg der Optionen und Futures letztlich der Versuch Zukunft in Gegenwart zu verwandeln.

Was mit großen Risiken belastet ist und die alte Form der Angst, die sich auf natürliche Bedrohungen bezog, in eine neue Form der Angst verwandelt. 

Die ähnlich wie in vorchristlichen Kulturen nicht auf etwas Konkretes bezogen ist, sondern eine unbestimmbare Bedrohung die überall vermutet wird!

Wie gesagt, die exzessive Verwandlung von Möglichkeit in gegenwärtige Wirklichkeit steigert die Unsicherheit, 

mit der sich die Politik gegenwärtig konfrontiert sieht und die sie als ihre Existenz bedrohend erleben muss! 

(Von daher ist es völlig sinnlos zu fragen, ob Masken medizinisch angebracht sind, Infektionszahlen runterdrücken usw.)

Den Preis dieser extensiven Transformation von Möglichkeit in Wirklichkeit, von der Verwandlung der Zukunft in unsere Gegenwart

erleben wir gerade!

Diese meine, aus wagen Indizien zusammengebastelte Beschreibung, muss so nicht stimmen, eine Richtung für die Aufmerksamkeit könnte sie dem sein, der daran weiterdenken will!

(1) „Kommunikation“ bezieht sich hier auf ein herrschendes Verständnis des Begriffs wie ihn Politiker, Politkberater, Kuratoren, Couches und Kommunikationstrainer vertreten 

3 Kommentare zu „Ende der Möglichkeiten?“

  1. Das ein resultat aus dem medizinischen oder wissenschaftlichen Systemen die pandemie zum ‚verschwinden‘ anregt, wird so wohl nicht gelingen.

    Zu viel Aufwand. Zu viel Politisches Investment. Zu viel Geld. Das heißt: zu viel Kommunikation ist investiert worden, um es einfach wieder verflachen zu lassen.

    Die Herausforderung wird sein, wie bei Kriegen und Konflikten des 20. und 21. Jahrhundert: containment und einfrieren.

    A frozen pandemic – das gilt finanziell-ökonomisch, politisch und eben auch medizinisch.
    Da können apologeten der vorpandemischen Freiheitsrechte, zu denen ich mich ebenso zähle, noch so laut schreien.

    Kleine pandemie-Kontingente werden fortbestehen, wie die Bundeswehr in Affhanistan, am Balkan oder den unzähligen FN Dauer-Missionen.

    Also: kein Ende der Möglichkeiten, Pandemie als Katalysator für Variationsspielraum zu schaffen. Nur Verschwinden wird es nicht, sondern eingelagert, überlagert und umgelagert durch zukünftige Erfahrungen der globalisierten Gesellschaft.

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    1. Ja, interessante Ergänzung und Weiterführung des Gedanken: mit der Medizinischen Einsicht, das Virus seinicht so gefährlich wie angenommen, sindwir längst nicht aus der Krise raus.

      Die Politik hat einerigene Sicht der Wirklichkeit, wozu Fehler einzugestehen, nicht gehört!

      Die Fehler bewegen riesige Mengen an Geld Und Verantwortung die Weiter abgehandelt Werden müssen…

      Danke für den Beitrag!

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