Ist eine andere Gesellschaft un- möglich?

https://www.carl-auer.de/magazin/das-anhalten-der-welt/eine-andere-gesellschaft-ist-un-moglich

Es hat wohl eines vielfarbigen Geplänkels bedurft, ehe wir so klare formulierte Aussagen zu lesen bekommen, wie in diesen letzten Beiträgen von Steffen Roth und Fritz B. Simon zum Thema „Das Anhalten der Welt“.

Sich angesichts der Spekulationen, Hoffnungen und Erwartungen Sorgen zu machen, die – um in der Kriegsrethorik zu bleiben – im „Wiederaufbau“ frei werden, scheint mir mehr als angebracht.

Packen doch gerade jetzt wieder alle ihre Kaufläden abgenützter Pfeifenputzer, hoffnungsvoller Batterieautos, günstiger Umweltzertifikate und der notwendigen Reichensteuer, gereinigte Meere, Strohhalme aus Papier, atmungsaktive Streicholz- und Klopapierwälder die dringende Digitalsteuer, staatlich verordnete Impfpflicht, „weniger ist mehr“ und all die anderen Ladenhüter progressiver Benimmformeln aus.

Da ist der Hinweis von Steffen Roth richtig wohltuend, dass gutgemeinte Weltverbesserungs-Instrumente nicht die Welt, sondern nur Nationen, Gruppierungen und kleineren Wohlfühlgemeinschaften zugutekommen und mehr über deren Selbstgefälligkeit aussagen, als über die Situation, in der wir leben.

In Bezug auf die wirklich tragische Situation unser natürlichen Umwelt werden wir nicht mit politischen Instrumenten ( Kapital versus Arbeit oder Markt versus Staat) etwas verändern können, stammen diese doch allesamt aus dem Industriezeitalter.

Die Struktur des Sozialstaates hat ja gerade dazu geführt, dass die Natur ( Erderwärmung, Verschmutzung der Luft und des Wassers..) in der Verfassung ist, wie sie ist!

Keiner gibt gerne zu, dass der Sozialstaat als Konsumstaat mit Fleischpreisen ein Euro das Schnitzel, im Zusammenspiel mit dem Kapitalismus die Ursachen der überzogenen Grenzwerte in der Natur sind!

Sofern ist die Frage, die Steffen Roth stellt, äußerst politisch, wenn nicht sogar umstürzlerisch, ob das, was wir Markt nennen, nicht etwas ganz anderes ist als der üblich gemeinte Teil der Wirtschaft, der über Staat und Wirtschaft manipuliert werden kann.

Ob der Markt nicht eher eine Umwelt der Wirtschaft darstellt, auf den andere Bereiche ( Politik, Kultur, Kunst, Religion, Familen, Beziehungen, Gesundheit) einen nicht unwesentlichen Einfluss auf Erwartungen und Entscheidungen ausüben!

Dass nationalstaatliche Maßnahmen ( wie im Fall von Corona) in keiner Weise die Kladde darstellen dürften in die eine „neue ökologische Gesellschaft“ eingeschrieben werden darf, erzählt uns das Bild der Pinguine im Museum.

Das Absurde der Situation der durch das Museum watschelnden Pinguine, die scheinbar aufmerksam die ausgestellten Bilder betrachten, kommt mir vor wie jene engagierten Politclowns, die meinen regulatorisch eine ökologische Marktwirtschaft installieren zu können.

Auch hierbei lässt sich der Zuschauer von den schönen ( Zukunfts-) Bildern täuschen, die so tun, als ob die Clowns verstünden, wie Gesellschaft funktioniert und jetzt eingreifen dürften.

Nach diesem Museumsbesuch werden Pinguine auch keine Bilder mal die sich an der Schönheit der Renaissance orientieren – oder?

Fritz B. Simons Clowneske ist dagegen von ganz anderer Art. Er, der von der Skavenmoral der Stoiker lernte, wie der Denker genau unterscheiden zwischen möglichen und notwendigen Zugriffen zur Welt und dem, an dem man zerbrechen wird, weist uns wohltuend auf unsere Entscheidungsmöglichkeiten zurück. Gestaltbar wird dadurch mein Leben, wie wird dadurch aber Gesellschaft verändert?

Indem die Sklaven die Macht übernehmen und andere deren Stoa!

Oder hab ich da was in den falschen Hals gekriegt?

GL

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