Kommentar zu sternenhimmel-der-werte: https://www.carl-auer.de/magazin/das-anhalten-der-welt/sternenhimmel-der-werte

Der Sternenhimmel der Werte geht auf Immanuel Kant zurück, der am Ende der „Praktischen Vernunft“ die Verbindung vom nächtlichen Himmel, mit seinen unzähligen Sternen, zu den Werten zieht, die die Menschheit aus sich hervorbringen wird – so seine Hoffnung.

Kant spricht da nicht von Moral, sondern von der praktischen Vernunft, an die später Niklas Luhmann anknüpft.

Luhmanns Skepsis der Moral gegenüber bestand in der Beobachtung, dass moralische Urteile immer die ausschließen, die diese Wert nicht haben.

Luhmann schloss die Notwendigkeit moralischer Urteile aber nie ganz aus, fand, ähnlich wie Steffen Roth, funktionale Organisation meist geeigneter, die anstehenden Probleme zu bewältigen, als ein Rückgriff auf Moral.

Dass, das Ausschließen von Moral geradezu ein Paradebeispiel für ein moralisches Urteilen ist, läßt sich an der Ausschließlichkeit zeigen, mit der Steffen Roth „«progressive» und «kritische» Kräfte“ aburteilt, die den reibungslosen Ablauf funktionaler Systeme nur behindern würden.

Die Skepsis, moralischen Urteilen wie der Religion gegenüber ( das eine ist nicht mit dem anderen zu verwechseln) setzt eingehende Kenntnis beider voraus. Etwas nicht zu tun setzt voraus, dass ich wissen muss, was ich nicht tun will.

Die Ablehnung der kirchliche Autoritäten ( Steffen Roth) kann sinnvoll nur erfolgen, sofern ich eine Begründung für Religion theologisch selbst hervorbringen kann. Jede andere Ablehnung kann wohl erfolgen, bleibt aber unbegründet! Funktional kann Religion nicht als gesellschaftlich konstituierende Einheit ausgeschlossen werden!

Ähnlich verhält es sich mit der „Kritischen Theorie“: Luhmann kannte sie eingehend (hatte er doch den Lehrstuhl von Adorno vorübergehend belegt), seine Schüler wissen aber wenig über die „Negative Dialektik“ und über doppelte Negation, die später in verwandelter Form im Begriff der Unterscheidung und der Beobachtung der Beobachtung bei Luhmann wieder auftauchen.

Abgesehen vom Begriff des Sinns, wie ihn Luhmann einsetzt, der ohne Edmund Husserl ( auf den sich wiederum Adorno bezieht) nicht denkbar wäre!

Ja! Die Fallen sind ausgelegt, geht jemand auf das Thema Moral ein. Der Beobachter, auch ich bewegt sich hier auf brüchigem Boden…

Aber ist das Thema Moral auszuschließen, fragt sich auch Fritz B. Simon und denkt dabei „an die Demonstrationen in den USA („Black Life Matters!“)“.

Ich frage mich, wieso finden so heftigen Demonstrationen gegen Rassismus gerade jetzt, unmittelbar nach dem Lock down einer weltweiten Pandemie statt, an der wir die Universalität menschlicher Fragen deutlich vorgeführt bekommen, an der anschaulich wird, dass es eine Weltgesellschaft, jenseits von Rassismus, Nationalismus, Globalismus im Sinne des „Weltgeistes“ von Hegel gibt!

Kleine Anmerkung zu Fritz B. Simon:

„Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Frieden…Solidarität“. Diese Begriffe erfreuen sich – wenn man genauer prüft – lediglich deswegen so breiter Zustimmung, weil es Worthülsen sind“.

Ich denke diese Begriffe waren und sind so produktiv, „weil sie den Fokus der Aufmerksamkeit auf Paradoxien richten“!

„Gleichheit“ ist ohne das Gegenüber, „Freiheit“ oder „Brüderlichkeit“ nicht zu denken. Deren kommunikative Produktivität ist die Widersprüchlichkeit untereinander: Jedes für sich ist paradox und unerfüllbar, erst in der Ergänzung werden sie sinnvoll anwendbar und bringen zB. die Klassen im Bürgertum hervor.

Ist das nicht Paradox mal drei oder mehr?

Und „Donald Trumps …. sexuelle Eskapaden“ dem Einsatz des Militärs gegenüber zu stellen…..?“

Hallo! Wenn hier nicht jemand in die medial ausgelegte Falle moralischer Erregung und Selbst-Überhebung getappt ist?

GL

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