„Die Existenz des Todes“. https://www.carl-auer.de/magazin/das-anhalten-der-welt/existenz-des-todes

„Die Existenz des Todes“ ist einer der interessantesten Beiträge zum „Anhalten der Welt“ im Carl Auer Verlag.

Ja, die beiden Kontrahenten haben ihre Masken abgelegt und schreiben frei heraus und unverkrampft, was sie von den staatlichen Maßnahmen in dieser Pandemie – die eine war oder nicht – denken.

Unter der Maske des Luhmannsprech zeigt sich auf der einen Seite der Wirtschaftler, der die wirtschaftlichen Verluste auf die Kredite umrechnet, die nicht die gerade geschützten Alten zu zahlen haben werden, sondern die Jungen, die sich, werden sie doch für diese Milliarden/Billionen-Kredite aufkommen müssen, und sich den Luxus, unter allen Umständen zu überleben nicht mehr werden leisten können.

Und auf der anderen Seite scheint unter der Maske des Systemtheoretikers der Arzt hervor, der, auch wenn er einzelne das Leben verlängern mag, dies immer in Hinblick auf den Menschen, nämlich auch auf mögliche andere Menschen tut!

Oder anders gesagt, für den Arzt ist der individuelle Tot „eine Unverschämtheit“, mit der immer „der Andere zu tun hat“: der, der ihn zu verhindern sucht, wie der, beim Eintritt von ihm Betroffene. Der Tod ist immer gerade in seiner Bedrohung, der der anderen, der des Kollektivs.

Das Individuelle des Todes wird dem Tod als soziales Ereignis über persönlich familiäre Betroffenheit abgerungen, wie bei Begräbnissen anschaulich zu beobachten ist.

Und wer liegt näher an der Wahrheit, der Arzt oder der Wirtschaftler?

Beide, sofern sie die Sozialgeschichte mit in den Blickwinkel nehmen:

Mit dieser Pandemie haben wir vor Augen geführt bekommen, „dass die Weltgesellschaft

Wirklichkeit ist“ (R. Stichweh zitiert aus einem Brief an GL), wir durch das Primat, „Schutz des Lebens von Individuen“ (als Welt-Wert) eine Universalität erreicht haben, durch die wieder Hoffnungen aufkommen können, dass der „Weltgeist“ keine Phantasie linker Hegelianer ist!

Ob Corvid 19 nun so arg war oder nicht, bleibt dahingestellt, aber dass der Welt gewahr wurde, dass Pandemien eine Gefahr und Bedrohung für alle 180 Nation darstellen, ist jetzt den Sicherheitsexperten aller Länder deutlich vor Augen geführt worden und die Wissenschaft ist vorgewarnt, Virologie findet nicht nur in Laboren statt.

Pandemien sind nicht mehr das „kleine graue Entchen“, wie ein Sicherheitsoffizier in Österreich meinte, dem wir keine Beachtung zu geben haben.

Dem Wirtschaftler kann aber auch nicht entgangen sein, welche Optionen der Wirtschaft durch den lock down eröffnet wurden. Der von der EU bereitgestellte „Wiederaufbaufond“ ( 175 Milliarden, die erst 2021 – nachdem klar wurde, wer überlebt und wer nicht – beantragt werden können ) sagt namentlich, wofür er steht und welche „Umstrukturierungen“/ „Marktbereinigungen“ und Entlassungen durch Corona möglich geworden sind, die vorher im „demokratischen Normalbetrieb“ nie so möglich gewesen wären.

Vielleicht sind das über die aktuelle Situation hinausgehenden Weisheiten, die Steffen Roth von uns Alten vermisst hat und wodurch die Jungen später Vorteile ziehen?

Der Tod ist keine Zahl!

„Der Tod muss abgeschafft werden“ – Prägeschild in Berlin Hackesche Höfe
Marcel Duchamp entwarf den Text für seine Grabinschrift selbst: „D’ailleurs c’est toujours les autres qui meurent“ („Im übrigen sind es immer die anderen, die sterben“)

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