Heft 16 – von Dirk Baecker bis zu, Möglichkeit, Hoffnung und Angst 

Heft 16 – von Dirk Baecker bis zu, Möglichkeit, Hoffnung und Angst 
Systemtheorie als Symptomatologie der Gegenwart

Was soll das hier, frage ich mich? Essays schreiben kann ich nicht wirklich, noch dazu über ein Thema, das ich nicht umfassend studiert habe – ich bin kein Soziologe – und dessen Termini mir im Innersten zuwider sind?

Zwei Hefte zu Sinn und Religion schienen fertig zu sein, aber für wen schreib ich das? Als Einleitung für jene die Luhmann kennenlernen wollen? Nicht geeignet!

Für die zwei Leute in Österreich und die zehn in Deutschland die Luhmann wirklich studiert haben. Dabei wäre noch zu ermessen, wer von diesen überhaupt bereit ist Ihn in Frage zu stellen? Und das akademische Personal kann standesgemäß die Kritik eines Laien natürlich auch nicht ernst nehmen. Deshalb: Was soll’s?

Ich belasse es mit „Luhmanns Schwarzen Heften“, dachte ich, aber da postet Dirk Baecker folgenden Artikel, 

https://catjects.files.wordpress.com/2017/10/mythos_system.pdf 

und mir wurde deutlich, wieso es mir so schwer fällt meine Kritik an Luhmann einfach und deutlich vorzutragen. 

Diese Theorie bewegt sich auf einer Abstraktionshöhe, wo „bald mal etwas irgendwie richtig ist“, aber „nix genaues weiß man nicht“!

Im Verhältnis zu Luhmann hat sich eine Selbstverständlichkeit eingeschlichen, die sogar einem so geschätzten und kritischen Fachmann wie Dirk Baecker unterläuft.

Es geht hier nicht darum Herrn Baecker zu kritisieren, aber gerade an dem MYTHOS SYSTEM – das Thema des Aufsatzes – wird deutlich, dass es nicht genügt den Mythos des Systembegriffes mittels jener Theorien, die es dazu gibt und gab zu erklären, sondern es darum geht herauszuarbeiten, dass die Systemtheorie längst nicht mehr nur Theorie ist, sondern zur soziale Wirklichkeit und damit zum Mythos geworden ist.

Aber nicht so wie Luhmann sich das gewünscht hat, der eine Theorie entwickeln wollte, die fähig ist die Moderne Welt zu erklären, sondern die Gesellschaft selbst ist an etwas erkrankt, dem Luhmann schreibend und denkend vorauseilte! 

Oder anders gesagt: Die Theorie musste selbst an dem erkranken was sie beschreibt.
Es kann nicht wie selbstverständlich davon ausgegangen werden – was auch Dirk Baecker tut – dass unsere Gesellschaft komplex ist. Davon ging auch Luhmann aus, aber deshalb muss das – auch wenn es im ersten Moment ganz plausibel klingen mag – noch lange nicht so sein. 

Luhmann und seine Anwender behaupten das wohl immer noch und das klingt auch wirklich gut, aber vermittelt es mehr als eine Stimmung, oder mischt sich da in die Theorie nicht viel Gestimmtheit? Ist Komplexität und deren Reduktion nicht ein Mythos geworden, so wie die Wahlsprüche von Parteien, die so ganz falsch nicht sein können!

In dem Ausdruck Komplexität durchmischen sich zwei Bedeutungsebenen, die des subjektiven Erlebens, im Sinne von, „die Welt ist für uns Zeitgenossen ganz schön kompliziert geworden“, mit der des wissenschaftlich-göttlichen Beobachters, der von oben auf die moderne Welt sieht und feststellt, sie sei komplex. Dann erklärt er seine behauptete Komplexität über Systeme, die in ihrem Inneren gegenüber ihrer Außenwelt Komplexität reduzieren können müssen und schon gibt es Komplexität!

Solche „Selbstverständlichkeiten“ und deren „hohe Abstraktion“ sind die zwei Seiten eines Problems. Die Durchmischung der beiden Ebenen, man kann auch sagen, dieser Mythos, hat Luhmann bedeutend gemacht. 

Oder anders ausgedrückt: unsere Gesellschaft, die in einem Medienwechsel begriffen ist, entwickelt zunehmend Systeme, die in Gefahr sind ein Eigenleben zu entwickeln auf das einzelne Menschen, Subjekte keinen Zugriff mehr haben.

Die Tatsache einer verdoppelten Wirklichkeit, die der Theorie, wie die der sozialen Wirklichkeit machen es den Kritikern so schwer Luhmann zu greifen, obwohl seine verwendeten Termini( Unterscheidung / Beobachter /System / Operation / Kopplung / Komplexität / Kontingenz / Latenz / Kommunikation…..) – ich wiederhole mich permanent – ganze Alarmanlagen auslösen.

Kritik an Luhmanns Systemtheorie kann nicht nur mit theoretischen Mitteln, eben an dessen Termini ansetzen, aber ohne diese geht es auch nicht! Denn die Systemtheorie weist selbst jene Symptomatik auf, an der unsere Gesellschaft leidet. Wenn man sie als Theorie erfassen will – so meine These – , muß sie als zeitgemäße Krankheit in der Theorie wie in der sozialen Wirklichkeit beschrieben werden. 

Ein Versuch die Systemtheorie als Symptomatik zu lesen:



Im Zusammenhang mit dem Studium der Texte von Luhmann drängte sich immer mehr ein Begriff in den Vordergrund, der die Theorie mit unserer Lebenswelt verbindet, der Begriff der Möglichkeit!

Ein zentraler Begriff im Werk von Luhmann, der als Terminus nicht so präsent ist wie andere, seine Theorie aber grundlegend bestimmt. 

Ein Begriff, der als eine positiv belegte Gestimmtheit, Hoffnung genannt, unser Leben begleitet, aber ebenso als eine negative Gestimmtheit, als Angst vor den aufbrechenden Möglichkeiten (vor der Zukunft) uns gegenwärtig verschreckt.

Möglichkeit steht in unserer Welt für so etwas wie unbegrenzte Freiheit, für etwas was möglich ist, gewesen sein hätte können, und in Zukunft sein kann, wenn es nur genug erwünscht, gewollt, erstrebt, als offen angesehen werden kann.

Möglichkeit steht aber zunehmend auch für Bedrohliches.

In den am empirischen Material sich orientierenden Wissenschaften definieren sich das angesammelte Material, die Objekte, das Wissen und die Technik, die Theorien und planbaren Projekten in ihrer Fülle als Möglichkeiten.(1)

Was früher einmal das Füllhorn der Natur, deren Fruchtbarkeit war, ist heute zur Möglichkeit geworden. Dadurch, dass das Mögliche aber unserem Zugriff unterworfen wird, wie in der Technik sichtbar, wird Möglichkeit zu etwas qualitativ bzw. ontologisch Anderen.

Das Bedrohliche der Möglichkeiten ist nicht mehr Gott, sondern sind wir Menschen selbst. Gottes Urteil kann man sich fügen, dem Urteil des Menschen, der seine Möglichkeiten überschätzt, aber auch Systemzwängen will man sich nicht fügen!  

Bis in den Medizinischen-, Gentischen- , Medienspezifischen-, Finanztechnischen und bis in den Energietechnischen Bereich hinein lebt sich ein unbegrenzter Möglichkeitsbegriff aus, der nicht dort endet wo seine Grenzen sichtbar werden, der nicht kontingent ist, sondern dort wo er unbegrenzt erscheint, in unserem Gemüt, erst sein volle Machtfülle entfaltet.

Auch der Aufschrei: die Ressourcen seien begrenzt, freut den entgrenzte Möglichkeitsbegriff noch, denn geschickt kann er mit Optionsscheinen auch daraus noch Gewinne erzielen. 
Krebswuchernd und verfilzt sind nicht umsonst kritische Bezeichnungen für das Phänomen das ich Optionalismus nennen möchte.

Möglichkeit und seine Verschleierung, die Alternative und die Latenz, als ein Versprechen auf Zukunft, können als leere Hoffnung und Angst, als ein wesentliches Symptom unserer Zeit angesehen werden. 

Üblicher Weise wird der Möglichkeit die Wirklichkeit gegenübergestellt? Sind die zwei Damen wirkliche Gegensätze? Sollten Sie wirkliche Gegensätze sein, sind sie keine Gegensätze mehr, denn dann hätte ja – wie uns die Frage selbst zeigt – Möglichkeit auch Wirklichkeit in sich. 
Und genau genommen hat Möglichkeit Wirklichkeit in sich. Möglichkeit ist von sich aus begrenzt: Das ist möglich, jenes nicht. Man spricht hier auch davon, dass Möglichkeit immer kontingent, begrenzt ist. 

Möglichkeit ist aber auch ein wesentliches Element des GegenwärtigSeins, des DaSeins, wie uns die Ontologie darlegen konnte, denn Gegenwärtigkeit ist ohne den Bezug auf das Kommende (Heidegger nennt das Sorge), das eine Emulsion aus Absehbarem in Unabsehbarem ist, nicht denkbar. 

Diese Logik der Begrenztheit von Möglichkeit hat auf den entgrenzten Möglichkeitsbegriff unseres Alltagswelt aber wenig Einfluss: Es gibt eine Wirklichkeit in der man ist und eine Andere die auch noch – annähernd unbegrenzt – möglich wäre. „Wir werden nach Florenz fahren, aber Rom und Paris wären auch möglich gewesen!“ 

Es ist wie selbstverständlich geworden, dass es immer auch andere Möglichkeiten gibt. Demokratie – amerikanischer wie europäischer Fassung – ist das Versprechen darauf, dass jeder Mensch potenziell alle Möglichkeiten hat. 

An dem Beispiel oben sehen wir aber auch, wie sehr der Begriff der Möglichkeit, der unbegrenzten wohlgemerkt, einer der Grundpfeiler des Konsums darstellt. 

Konsum und Demokratie sind die zwei Funktionen, die dem Möglichkeitsbegriff jene entgrenzte Gemütsgestalt gibt, die eine Illusion von Freiheit suggeriert.

Ich verweise hier gerne auf das Regal im Drogeriemarkt mit 30 Geschirrspülmitteln, auf die Kleiderständer und deren große Auswahl, die maximal ein zwei Monate hängen dürfen, um dann ausgetauscht zu werden, auf das Gemüse das jeder an grabscht, um zu spüren ob es reif ist, denn dann ist es sicher reif, zum wegwerfen. Aber auch die Finanzmärkte, deren Möglichkeiten schier unbegrenzt erscheinen gehören hierher. 

Die Liste könnte unendlich fortgesetzt werde. Der Konsum muss, um als Konsum zu funktionieren, immer wieder neue Möglichkeiten anbieten, muss Preise drücken und Wegwerfwaren erzeugen, neue Finanzprodukte regenerieren um konkurrenzfähig zu sein.
Der Konsum hat einen Möglichkeitsbegriff entwickelt oder verstärkt, dessen Möglichkeitshorizont immer erweitert, immer erneut erweitert werden muss. Er verspricht permanente Verfügbarkeit und damit gleichzeitig ein Glücksgefühl, hinter dessen Leere immer auch die Bedrohung des Verlustes lauert! 

Luhmann arbeitet auch mit den Begriffen Möglichkeit und Wirklichkeit (- ihre Differenz ergibt Sinn, nach Luhmann -) und mit dem Begriff der Aktualisierung.

Das Mögliche wird in der Aktualisierung – einer Handlung, eines Wortes – erst sichtbar.
In den Handlungen wie im Sprechen leuchten, in der Aktualisierung von Worten, deren andere Möglichkeiten auf, und lassen „ihre Selektion als kontingent erscheinen“. Dasselbe gilt für Handlungen wie unser Reisebeispiel zeigt.

Der sich eröffnende Möglichkeitshorizont geschieht im Moment der Aktualisierung und schattet dann ab. Auf der Reise nach Florenz sind die Möglichkeiten Rom, Paris meist nicht mehr so im Vordergrund, außer es geht einiges daneben, dann drängt sich natürlich Rom, Paris wieder auf.

Bevor die Systemtheorie zu ihren eigenen Frage kommt, nimmt sie den ontischen – nicht zu verwechseln mit dem ontologischen – Wirklichkeitsbegriff, der sich auf den Möglichkeitsbegriff der alten empirischen Wissenschaften bezieht, zur Grundlage. Sie gehen davon aus, dass es Vorhandenes und dessen Relationen (die das Sein bestimmen) gibt, das in jeweils anderen Situationen zum Einsatz kommen kann, das aktualisiert werden kann.

Eine Theorie, die auf das Subjekt verzichten möchte, geht von möglichen sozialen Handlungen aus, die bei Luhmann alle den Charakter von Sprechhandlungen annehmen.

Diese ganz allgemeine Sicht, die von oben auf das Soziale blickt, muss, um der sozialen Wirklichkeit zu entsprechen, eine Entsprechung für das handelnde Subjekt einführen.
Dort wo in der sozialen Wirklichkeit Subjekte handeln, ob selbstverantwortlich oder systemgelenkt, bleibt hier gleich, führt Luhmann bzw. die Systemtheorie, bevor sie eigentliche Systemtheorie wird (2), Begriffe wie Kopplungen, Resonanzen, Anschlussfähigkeiten ein.

Oder anders ausgedrückt: In die optionale Wirklichkeit dringt zeitlich bedingte Wirklichkeit ein, für die, so Luhmann, Worte sich auf „wahrnehmbare Dinge, auf eine verstehbare Aussagen“(Seite 20) beziehen lassen können müssen, da nur so Kommunikation gewährleistet werden kann.

Und gleichzeitig muss das Wort (3), in der aktualisierenden Situation „anschlussfähig“ (4) sein. Was so viel heißt, wie aus einer Fachsprache, aus einer gruppenspezifischen oder situationsbezogenen Sprache, aus einem System, muss diese auch in andere übersetzbar sein.
Wenn ich alles bei Luhmann richtig nachvollziehe, wird die Aktualisierung z.B. eines Wortes innerhalb eines Systems Operation genannt. 

Dieses situative Grundelement der Systemtheorie scheint mir so entscheidend zu sein, da in dem sich eröffnendem Horizont bei der Aktualisierung sich nach Luhmann (5) Welt, Sinn und Zeit eröffnet. 

Das, was in der Phänomenologie und in der Sprachtheorie noch Eigenschaft und Taten des Subjektes waren, wird in der Systemtheorie zur Operation (6). 

Luhmann würde sagen, hier, in der Operation ist die Systemtheorie gegenüber Subjekttheorien „anschlussfähig“.

An der Stelle wird aber auch deutlich, was die Systemtheorie nie ersetzen, oder in operative Begriffe überführen kann –  das seiner selbst verantwortliche Subjekt! 

Das, ob es will oder nicht, ob es in der Situation überhaupt entscheiden kann oder Systemzwängen unterliegt, das, auch wenn es ihm auf Grund der Situation und seiner Fähigkeiten unmöglich ist sich richtig entscheiden zu können, es trotzdem für seine Handlungen verantwortlich bleibt, bzw. irgendwann, andere oder es selbst – sich dafür verantwortlich zeigen! (7) (8) (9) 

So werden das System und die Ergebnisse, welche die Systemtheorie für das verantwortliche Subjekt erbringen kann, als analytisches Negativum nicht weniger bedeutend. In bester Tradition Immanuel Kants stellt Luhmanns Systemtheorie dem Subjekt analytisch kritische Gesichtspunkte zur Verfügung, insbesondere wie Systeme sein Denken und Handeln beeinflussen können.

Damit stellt die Systemtheorie aber eigene Aussagen in Frage. Sie weist ja dem Subjekt innerhalb von Systemen nur das psychische System zu. Die selbstreflexiven Qualitäten des Subjektes und die damit verbundene Gestaltbarkeit des Sozialen kommt, zu Gunsten der selbstreflexiven Fähigkeit von System, zu kurz!

Luhmann-Kenner werden hier auf das System zweiter Ordnung verweisen, in dem die Reflexionen über das Verhältnis der Umwelt zum System in das System selbst wieder hineingenommen wird. 

Eine zentrale Überlegung der Luhmannschen Auffassung von Systemen, die er aufmerksam verfolgte, welche aber das selbstverantwortliche Subjekt in keiner Weise zu ersetzen vermag. 

Im Gegenteil, höher entwickelte System zweiter Ordnung sind geeignet das Subjekt noch besser zu manipulieren und dem Subjekt die Zugänge zu Systemen noch geschickter zu verbergen. 

Das anschauliche, aber harmloses Beispiel hierfür sind die telefonischen Warteschleifen: „Wir bitten Sie um etwas Geduld, sobald ein Leitung frei wird, werden Sie sogleich verbunden!“  

Was aber ist mit den Gefängnissen, als Teil des Rechtssystems, in deren Systemgrenzen wie in einem Tropenhaus Kriminalität wächst und gedeiht, dort kommt man leichter an Drogen ran als sonst wo in der freien Welt! 

Was ist mit der Manipulation der Daten, die wir als Spuren im Netz hinterlassen? Sie sind eine Kalorienreiche Nahrung für autopoietisch sich erneuernde Netz-Systeme.

Was ist mit der ungeheuren Menge an derivatem Geld, das zehnfache dessen, was in der Realwirtschaft eingesetzt werden kann, das ausschließlich spekulativ verwendet wird und so seit Jahrzehnten die Weltwirtschaft bestimmt und immer wieder bedroht? 

Auch ein System, das sich bisher vor ihrer Umwelt – in dem Fall die Politik, nationale und übernationale Institutionen – schützt und unangreifbar abschließt! 

Die Systemtheorie kann hier analytisch aufdeckend, aber auch Subjekte manipulierend eingesetzt werden! 

Nur verantwortliche Menschen können der Garant dafür sein, ob es in die eine oder andere Richtung geht: Systeme können helfen oder schaden!

———————–
(1) meine Überlegungen hier beziehen sich auf M. Heideggers Unterscheidung von DaSein und VorhandenSein in „Sein und Zeit“, in der er deutlich macht, dass die vorhandenen Dinge nicht die Antwort auf die Frage geben können was DaSein ist!

(2) In der Systemtheorie wird dann zwischen Information (Fremdreferenz) und Mitteilung (Selbstreferenz) unterschieden. Voraussetzung für diese Unterscheidung ist die Annahme, dass das Soziale im Gesamten aus Systemen besteht, was zumindest anzuzweifeln wäre!?

(3) Ich überlagere hier soziales Handeln mit Sprachhandlung, so wie das Luhmann macht.

(4) in anderen Zusammenhängen, mit lösen und offenen Kopplungen versehen ist 

(5) im Anschluss an Edmund Husserl   

(6) der, Militär und Chirurgie mittragende Bedeutungshorizont muss skeptisch stimmen

(7) Die mit dem Subjekt verbundenen Last der Tradition der katholischen Schuldprägung und Luhmanns Entscheidung aus dem Kreislauf der Schuld auszubrechen, hat Peter Sloterdijk als das Positive des Luhmannschen Theorieansatzes herausgearbeitet. Peter Sloterdijk u.a. In „Nach Gott“ Suhrkamp 2017

(8) Hannah Arendt hat in ihrem Denktagebuch immer wieder auf die Selbstverantwortlichkeit des Subjektes gepocht. Hannah Arendt „Denktagebuch 1950 – 1973″ Piper 2. Auflage 2003

(9) Martin Heidegger, der auch dem Subjektbegriff gegenüber auf Distanz ging, hat indirekt über des Menschen Verantwortung dem Sein gegenüber die moralische Frage von Handlungen, auf die Frage nach dem Sein konzentriert, was Verantwortung nicht mindert. 

Siehe hierzu auch: Heft Xs – „Herrn Sommers Kunst der Möglichkeiten“ – eine Satire

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s